Adenauers „Ersatzkanzleramt“ am Comer See wird im Jahr seines 150. Geburtstags offizieller Ort der Demokratiegeschichte
Cadenabbia/Bad Honnef. Im Jahr des 150. Geburtstags Konrad Adenauers ist die Villa La Collina in Cadenabbia am Comer See als „Ort der Demokratiegeschichte“ ausgezeichnet worden. An dem feierlichen Festakt nahmen neben der Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer und dem ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti auch der Landtagsabgeordnete Jonathan Grunwald sowie Vertreter des Städtepartnerschaftskomitees Bad Honnef-Cadenabbia teil.
„Für mich als Bad Honnefer ist es etwas ganz Besonderes, das Jubiläumsjahr an einem Ort zu erleben, der so eng mit Adenauers politischem Wirken verbunden ist. Sowohl in Rhöndorf als auch in Cadenabbia wird Geschichte erlebbar. Beide Orte erzählen von einem großen Staatsmann, der Deutschland und Europa nach dem Schrecken der Weltkriege entscheidend geprägt hat, und sie erinnern daran, dass Demokratie und europäische Verständigung keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern von Menschen gestaltet und immer wieder mit Leben gefüllt werden müssen. Das ist Geschenk und Auftrag zugleich“, erklärt Grunwald.
Nach der deutschen Botschaft in Prag ist die Villa La Collina der erst zweite Ort außerhalb des Bundesgebiets, der durch die in Frankfurt ansässige Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte ausgezeichnet wird.
Konrad Adenauer bezog 1937 sein Haus in Rhöndorf, das später nicht nur privater Rückzugsort, sondern auch Schauplatz bedeutender politischer Begegnungen wurde. In Cadenabbia wiederum verbrachte er zwischen 1957 und 1966 insgesamt 14 Aufenthalte und führte auch von dort aus Regierungsgeschäfte – weshalb die Villa La Collina als sein „Ersatzkanzleramt“ bekannt wurde.

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