Landtagsabgeordneter Grunwald bei Eröffnung von HOLO-VOICES auf Zollverein: Erinnerungskultur für nachfolgende Generationen archivieren

27.01.2026

Essen - Anlässlich des internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus nahm der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Jonathan Grunwald am Dienstag, 27. Januar, zusammen mit großen Teilen seiner Fraktion an der feierlichen Eröffnung von HOLO-VOICES auf dem UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein in Essen teil. Mit dem Projekt entsteht ein eindrucksvoller Ort des Lernens und Erinnerns, der die Stimmen von Holocaust-Überlebenden für kommende Generationen bewahrt – unterstützt durch modernste KI- und Hologrammtechnologie.
Grunwald zeigte sich tief beeindruckt:
„Die eindrucksvollen Hologramme lassen die Schicksale betroffener Zeitzeugen lebendig werden und holen ihre Erfahrungen täglich ins Hier und Jetzt. Irgendwann – so schwer es auch sein mag – wird es nicht mehr möglich sein, mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus erster Hand zu sprechen. Umso mehr ist es ein Privileg für unsere Gesellschaft, dass manche Menschen die Tapferkeit besitzen, trotz unvorstellbaren Schmerzes ihre Geschichten zu teilen und für die Nachwelt zu bewahren. Dieser Beitrag ist von unschätzbarem Wert.“
Neben einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion mit den Initiatoren und Hauptförderern des Projektes– darunter die Gründerin von Zweitzeugen e.V., der Vorsitzende des Vereins Zollverein sowie die Stiftungsvorsitzenden der Krupp-Stiftung und der RAG-Stiftung, setzten zwei Hauptredner besonders eindringliche Akzente: NRW-Ministerin Ina Brandes berichtete bewegt und zugleich inspiriert von einem Besuch in den USA, bei dem sie ein vergleichbares Erinnerungsprojekt erleben konnte.
Mit ihrem Team, der TU Dortmund und zahlreichen Unterstützern ist HOLO-VOICES in den vergangenen zwei Jahren auch entscheidend von Ihr vorangetrieben worden.
Ebenso eindrucksvoll sprach die 90-jährige Holocaust-Überlebende Eva Weyl. In einer berührenden und zugleich energiegeladenen Rede berichtete sie von ihren schlimmsten wie auch schönsten Momenten – verbunden mit dem klaren Appell, Freiheit zu schätzen und zu schützen. Die Botschaft „Nie wieder ist jetzt“ müsse mit Verstand und Herz gefüllt und verteidigt werden.
Im Anschluss folgte eine Führung durch die rund 700 Quadratmeter große Ausstellung. Als Highlight erwies sich das Hologramm-Theater: KI-gestützte Hologrammtechnik und hochauflösende Bildschirme machen es möglich, Zeitzeugenschaft auf neue Weise erfahrbar zu machen. Basierend auf rund 900 aufgezeichneten Fragen können Besucher künftig mit den Hologrammen von Überlebenden interagieren.
Gerade vor dem Hintergrund zunehmenden Antisemitismus ist diese Form des Erinnerns aktueller und notwendiger denn je. Bald wird es nicht mehr möglich sein, die Überlebenden aus erster Hand zu hören – umso wertvoller ist der Einsatz moderner Technologien, die Vergangenheit und Zukunft eindrucksvoll miteinander verbinden.