NRW führt mit ABC-Klassen verpflichtende Sprachförderung vor der Einschulung ein

13.01.2026

Landtagsabgeordneter Grunwald: Meilenstein der Bildungspolitik für mehr Qualität und Chancengerechtigkeit

Die schwarz-grüne Zukunftskoalition bringt mit den ABC-Klassen verpflichtende schulische Vorkurse im Schuljahr vor der Einschulung auf den Weg, um die Qualität im Bildungsbereich sowie die Chancengerechtigkeit für Schülerinnen und Schüler zum Grundschulbeginn deutlich zu steigern. Zukünftig folgt ein verpflichtendes Förderangebot für alle Kinder, wenn im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen ein Defizit in der deutschen Sprache festgestellt wird. Unabhängig davon, ob die Kinder einen Kindergarten besuchen oder nicht, erhalten sie an zwei Tagen in der Woche für jeweils zwei Stunden eine Sprachförderung, die von Grundschullehrkräften und pädagogischem Fachpersonal durchgeführt wird. Die Schuleingangsuntersuchung wird in diesem Zuge von Herbst auf Frühjahr des Jahres vor der Einschulung vorgezogen, so dass sich die Förderung über ein ganzes Schuljahr erstreckt. Zusätzlich sollen Schulleitungen bereits vor der Einschulung entscheiden, ob ein Kind eine zwei- oder dreijährige Schuleingangsphase durchlaufen soll. Die entstehenden Kosten für die Schulträger trägt im Sinne der Konnexität das Land.

Damit begegnet die Landesregierung dem wachsenden Druck an Grundschulen durch heterogene Klassen, in denen immer mehr Schülerinnen und Schüler nicht der deutschen Sprache mächtig sind und somit am Unterricht nur unzureichend teilnehmen können. Dies ist zum einen eine sich wiederholende negative Erfahrung für die Schülerinnen und Schüler, die dem Unterricht nicht folgen können, und wirkt sich zum anderen negativ auf die Unterrichtsqualität für den Rest der Klasse aus. Mit den ABC-Klassen wird sichergestellt, dass jedes Kind bei der Einschulung über die Grundkenntnisse der deutschen Sprache verfügt.

Der Landtagsabgeordnete und Bildungspolitiker Grunwald erklärt dazu: „Das Erlernen der deutschen Sprache ist das Fundament einer erfolgreichen Bildungslaufbahn eines jeden Kindes. Die Basis für einen guten Start in die Schule wird bereits vor dem Tag der Einschulung gelegt. Mit den ABC-Klassen schaffen wir ein verpflichtendes Angebot für alle Kinder und erreichen gerade auch diejenigen, die keinen Kindergarten besuchen. Das neue Förderangebot ist ein Meilenstein in der NRW-Bildungspolitik und wird nachhaltig die Qualität und die Chancengerechtigkeit steigern. Denn nichts ist frustrierender, als dem Unterricht vom ersten Schultag an nicht folgen zu können, weil man der Sprache nicht mächtig ist. Die gezielte und verpflichtende Sprachförderung vor der Einschulung ist ein Paradigmenwechsel und ein echter Gamechanger für die Kinder und die Bildungspolitik unseres Landes und fügt sich nahtlos ein in die bereits seit 2022 eingeleitete Reformagenda der Landesregierung.“

Die ersten verpflichtenden ABC-Klassen beginnen im Schuljahr 2028/29. Die Eltern tragen die Verantwortung für die regelmäßige Teilnahme ihrer Kinder. Kinder, die eine Kindertageseinrichtung besuchen, werden durch den Schulträger zwischen der Kindertageseinrichtung und dem Ort der ABC-Klasse befördert. Für Kinder, die keine Kindertageseinrichtung besuchen, werden vom Schulträger die Fahrkosten für die wirtschaftlichste Beförderung erstattet.